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" Königliche Freie Bergstadt Weipert "

 

Im Jahre 1413 sprach man das erste Mal von einem Grenzzeichen " by dem Wyprechte.

Bereits 1526 ist vom " Wüsten Hammer Weyperth " die Rede und langsam entsteht nun die Stadt Weipert. Ihre erste Keimzelle, sprich Besiedlung ist an der alten Salzstraße von Halle nach Prag. Hier entsteht für bevorstehende Passfahrten eine erste Ausspann.

 

Später entsteht an diesem Ort ein Blechhammer, dem später ein ganzer Stadtteil " Weipert Grund " folgen wird.

Im Jahre 1607 erfolgt die Krönung zur " Königlichen Freien Bergstadt ".

 

Was nun folgt ist ein sehr wirtschaftlicher Aufschwung der Stadt Weipert. In der Zeit der Gründerjahre um 1870 erlebte die Stadt eine unheimlich große Industriealisierung, was auch durch die Eisenbahnanbindung nach Annaberg und Komotau 1872 weiter vorangetrieben wird.

 

Nun ist die Stadt Weipert zu einem der wichtigsten Industriestandorte des oberen Erzgebirges unter Führung der Donaumonarchie geworden.

 

Fast 13000 Einwohner leben nun in Weipert und jeder Arbeiter verdient in den Weiperter Fabriken sein täglich Brot.

 

An diese große Blütezeit erinnern heute noch viele Fabrikgebäude in der Stadt.

Für das architektonisch geschulte Auge ist so mancher stumme Zeitzeuge, sehr interessant und auch erhaltenswert.

 

Leider werden die meisten Gebäude heute nicht mehr benötigt und verfallen so immer weiter.

 

Im Jahre 1914 kommt es zum Ausbruch des ersten Weltkrieges und auch die ersten Weiperter Heimatsöhne müssen an die Front, von wo viele nicht mehr lebend nach Weipert in Ihre Vaterstadt zurückkehren.

 

Großes Leid bricht auch über die Bevölkerung unserer Stadt herein.

Die Industrie kommt fast vollständig zum Erliegen, Arbeitslosigkeit und Hungersnot macht sich rasch breit.

 

Für den Krieg werden 1916 die erst 1912 im 19 m erhöhten Kirchturm aufgehängten drei neuen Glocken abgenommen und wieder eingeschmolzen.

 

Ein großes Aufatmen geht 1918 durch die Weiperter Bevölkerung als das Ende des Krieges bekannt gemacht wird.

Leider hat Weipert 473 Heimatsöhne durch den Krieg verloren.

Der Arbeiteraufstand in Wien brachte das Ende der Donaumonarchie und die Stadt Weipert gehörte ab 1919 zur neu gegründeten Tschechoslowakei.

Nicht's lief mehr über Wien, Prag war nun die neue Hauptstadt für Weipert.

Langsam kam auch die Wirtschaft wieder in Gang und die deutsche Bevölkerung gewöhnte sich an die tschechische Regierung.

 

Weipert bekommt ein neues Freibad und im Jahre 1922 erhält die katholische Kirche Ihr altes Geläut durch drei neue Glocken wieder.

 

Am Josephsplatz entsteht ein neues Kriegerehrendenkmal und im Jahre 1938 entsteht im Ziehbusch unweit der Gaststätte Grundmühle die " Günther Ruh " zu Ehren des ein Jahr zuvor verstorbenen Heimatdichters und Liedsänger Anton Günther.

 

Der Frieden währte nur ein paar Jahre und mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 in Deutschland ziehen auch für Weipert die ersten dunklen Wolken auf.

 

1938 zieht die deutsche Wehrmacht in Weipert ein,. Durch das " Münchner Abkommen "  wird das Sudetenland an das Deutsche Reich angegliedert. Weipert ist erstmals keine Grenzstadt mehr und die Schlagbäume werden an der Grenzbrücke abgebrochen, wieder bricht über die Stadt viel Elend herein als Deutschland am 01.September 1939 den zweiten Weltkrieg beginnt, wieder geht es für die männliche Bevölkerung an die Waffen.

Auch aus diesem Krieg kommen viele Weiperter Söhne nicht zurück.

Hunger und Elend ziehen erneut durch die Stadt. 1942 werden die drei Glocken abermals abgenommen und für den Krieg eingeschmolzen, nur das Sterbeglöckchen verbleibt im Turm.

 

Dieser Zustand ändert sich erst im Jahre 2005, als ein unbekannter Gönner der Stadt zum neuen Geläut verhilft und nun  die Glocken wieder weit über die Stadtgrenzen hinaus ertönen lässt.

 

Im Mai 1945 bricht das deutsche Reich zusammen und die Stadt Weipert wird wieder der tschechischen Regierung unterstellt.

Die nächsten zwei Jahre müssen fast alle Deutschen die Stadt verlassen und nach den einzelnen Besatzungszonen umsiedeln, wilde Vertreibungen und Unrecht sind zu dieser Zeit an der Tagesordnung.

Dieser Zustand wird erst 1947 gestoppt. Weipert ist nun wieder Grenzstadt und die Tore an der Grenzbrücke werden für die nächsten 46 Jahre geschlossen bleiben.

 

In den sozialistischen Bruderstaaten CSSR und DDR lebt man ruhig und ohne nennenswerte Kontakte nebenher.

Weipert und Bärenstein sind sich fremd wie nie

 

Erst im Jahre 1989, die " politische Wende " bringt wieder Bewegung in die Grenzstädte, so kommt es im Beisein vieler Bärensteiner und Weiperter Menschen im Jahre 1991 zur Grenzöffnung an der Grenzbrücke und seit 1993 fährt auch die Eisenbahn wieder über die Grenze bis zum Grenzbahnhof Weipert.

 

Viele Kontakte wurden über die Grenze seither geknüpft und gepflegt.

 

Im Stadtbild von Vejprty hat sich in den letzten Jahren viel zum Positiven getan, Straßen und Hausfassaden wurden erneuert, viele Geschäfte haben neu eröffnet und die Menschen gehen aufeinander zu, haben Verständnis und Achtung voreinander, gemeinsame Aktivitäten fördern den Gemeinschaftssinn.

 

So wird die Zeit Ihren Weg gehen und es wird sich noch vieles an der ehemaligen Grenze ändern und die Grenze immer weiter in Vergessenheit geraten lassen.

 

Nicht vergessen soll aber die Geschichte der

 

"Königlich Freien Bergstadt Weipert  "

 

sein.